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3. Digitale Medien im Unterricht

In den Anfangszeiten der Computernutzung im Unterricht wurde zunächst vornehmlich "über" die neue Technik gelernt. Seit dem Schuljahr 1983/84 gibt es an der Felix-Fechenbach-Gesamtschule Informatik-Kurse im Wahlpflichtbereich II (Jg. 9+10) sowie in der Sekundarstufe II als Grundkurse. Hier steht die Vermittlung des Know-hows im Umgang mit den Rechnern, ihr technischer Aufbau und die Programmierung im Vordergrund des Interesses.

In den 90er Jahren wurde die "Informations- und Kommunikations- technologische Grundbildung" (kurz "IKG" oder "GRIN") propagiert, in der Schülerinnen und Schüler wichtige Anwendungsbereiche der digitalen Medien kennen lernen und über Chancen und Gefahren des Computereinsatzes reflektieren soll(t)en. Übrig geblieben aus dieser Zeit ist an unserer Schule das Projekt "Zeitung", in dem alle Schülerinnen und Schüler des 8. Jahrgangs im Fach Deutsch die Vorgänge und Veränderungen bei der Produktion von Zeitungen untersuchen und am Computer aktiv Zeitungsseiten erstellen.

In den letzten Jahren ist zu diesem Lernen "über" zunehmend das Lernen "mit" den digitalen Medien hinzu gekommen. Beim Einsatz von Computern als Arbeitsmittel im Fachunterricht spielt das Interesse an den Funktionsweisen von Rechnern eine untergeordnete Rolle. Hier dient der Computer lediglich als Mittel zum Zweck. Er kann immer dann sinnvoll eingesetzt werden, wenn sich mit seiner Hilfe Unterrichtsinhalte schneller lernen und besser veranschaulichen oder tiefere Erkenntnisse gewinnen lassen als mit herkömmlichen Mitteln - kurz, wenn sich das Lernen damit verbessern lässt.

Die Aktivitäten zum "Lernen mit digitalen Medien" befinden sich derzeit in vielen Fächern (nicht nur an unserer Schule) in einer angeregten Entwicklungsphase, dabei jedoch häufig noch in einer des anfänglichen Experimentierens. Eine Befragung der Fachkonferenzen am Ende des Schuljahres 2001/2002 hat einen ersten Überblick über aktuelle und geplante Aktivitäten im Bereich "Lernen mit digitalen Medien" an der Felix-Fechenbach-Gesamtschule ergeben. Der Schwerpunkt lag damals eindeutig in der Sekundarstufe II, die regelmäßige Nutzung von digitalen Medien durch Lerngruppen der Sekundarstufe I war deutlich geringer und auf weniger Fächer und Lehrer/innen beschränkt. Das gilt sicher auch heute noch.

Untersucht man die Aktivitäten in Hinblick auf die oben genannten Dimensionen von Medienkompetenz, so ist festzustellen, dass die Bereiche "Auswählen und Nutzen von Medienangeboten" und "Gestalten und Verbreiten eigener Medienbeiträge" zumindest teilweise abgedeckt sind. Wir müssen in Zukunft dafür sorgen, dass die Aktivitäten noch stärker koordiniert und ergänzt werden, um den Erwerb von wichtigen Fertigkeiten sicher zu stellen und unnötige Mehrfacheinführungen zu vermeiden. Ein verantwortungsbewusster Unterricht wird immer auch zum Verstehen und Bewerten von Mediengestaltungen anhalten sowie zum Erkennen und Aufarbeiten von Medieneinflüssen. Im Laufe ihres (Schul-) Lebens werden die Jugendlichen so zunehmend in die Lage versetzt, die Bedingungen der Medienproduktion und Medienverbreitung im gesellschaftlichen Zusammenhang zu durchschauen und zu beurteilen.

Bzgl. der Nutzung von digitalen Medien konzentriert sich die Grundbildung in der Schule auf die Schwerpunkte

Sie deckt damit medial die Softwarewerkzeuge

ab. Die (Weiter-) Entwicklung dieser Grundbildung im Detail (Verknüpfung mit Unterrichtsinhalten, Unterrichtsorganisation einschließlich der Planung von Zeitressourcen, Fortbildungsbedarf durch schulinterne und schulexterne Kräfte) liegt in der Hand der damit befassten Fachgruppen.

Fest verabredet sind an der Felix-Fechenbach-Gesamtschule bisher die folgenden Unterrichtsaktivitäten, die digitale Medien benutzen und tatsächlich alle Schülerinnen und Schüler erreichen:

 Jg. Fach  Unterrichtseinheit(en) 
 5  -  - 
 6  Mathematik Kreis und Winkel, Symmetrien und Muster (Konstruieren, Rechnen und Präsentieren mit einem dynamischen Geometrieprogramm)
 7  Mathematik Statistik: Freizeit- oder Energiedaten (Datenerfassung, Datenanalyse, Rechnen und Präsentieren mit einer Tabellenkalkulation)
 8  Deutsch Zeitung (Textverarbeitung, Desktop-Publishing, Recherchieren, Schreiben und Gestalten)
 9  Mathematik Zentrische Streckung, Pythagoras (Konstruieren, Experimentieren, und Präsentieren mit einem dynamischen Geometrieprogramm)
 10  Englisch /
 GL
Vorbereitung der Studienfahrt (Internetrecherche und Präsentation mit Browser, Suchmaschinen, Präsentationsmedien)
 
Daneben gibt es eine Vielzahl von Aktivitäten, die jedoch häufig nur einzelne Lerngruppen betreffen - weitere "flächendeckende" Projekte wären u. a. aus organisatorischen Gründen kaum möglich. Im Fach Mathematik werden beispielsweise das dynamisches Geometrieprogramm Euklid/DynaGeo sowie die Tabellenkalkulation Excel in diversen Klassen weit über die oben aufgeführten Themen hinaus immer wieder an passenden Stellen eingesetzt, aber eben nicht von allen Lehrkräften. Im Fach Englisch wird außer der Vorbereitung der Studienfahrt im Jahrgang 10 gerade die Internet-Recherche zu vielen anderen Themenbereichen genutzt, ohne dass dies fest vereinbart wäre. In diversen Jahrgängen/Kursen üben die Schüler/innen außerdem Vokabeln und Grammatik mit Hilfe der zum eingeführten Lehrwerk "Password Orange" erhältlichen Software. In Französisch gibt es die entsprechende Programmreihe "Ensemble / Multi-Système".

Geht die Klassenfahrt des Jg. 10 statt nach England nach Berlin, übernimmt das Fach GL die Vorbereitung - ebenfalls mit digitalen Medien. Außerdem gibt es in GL Erfahrungen bzgl. Unterrichtsreihen mit Computer-Unterstützung zur "Stadt im Mittelalter", zu "Klima und Wetter", "Eis und Wasser", "Sich Erinnern" u. a.

Komplexere Kombinationen wie Präsentationen (z. B. mit PowerPoint oder Mediator) und Web-Publishing (Homepage) werden in der Sek. I nicht für alle angeboten, sondern - bis auf Ausnahmen - lediglich den Schüler/innen der WPII-Informatik-Kurse vermittelt.

In der Sekundarstufe II gehören die digitalen Medien an vielen Stellen schon fast standardmäßig zum Unterricht. Vor allem Internet-Recherchen bilden eine überaus wichtige Möglichkeit zur Informationsbeschaffung für eine Schule im ländlichen Bereich ohne entsprechend ausgestattete Schulbibliothek. Im Mathematik-Unterricht der Sek. II kommt eine ganze Palette von Programmen zum Einsatz: Neben einem Grafik-Taschenrechner werden z. B. Tabellenkalkulation und Funktionenplotter, ein Programm zur räumlichen Darstellung geometrischer Objekte sowie ein Computer-Algebra-System genutzt. Hier ist das Auswählen des geeigneten Medienangebotes ein wichtiger Lernschritt.

Seit Beginn des Schuljahres 2003/04 nimmt unsere Schule am Modellversuch SeLGO (Selbstständiges Lernen mit digitalen Medien in der gymnasialen Oberstufe) teil. Beteiligt sind die Fächer Deutsch, Englisch, Mathematik und Sozialwissenschaft.

Angesichts der Kernlehrpläne ist es ein zentraler Arbeitsauftrag für alle Fachkonferenzen, besonders geeignete Unterrichtseinheiten zu beschreiben, in denen auch digitale Medien sinnvoll eingesetzt werden. Auf diese Art und Weise soll das Lernen mit digitalen Medien in jedem Jahrgang fest verankert werden und das möglichst so, dass im Laufe der Sek.I-Zeit möglichst alle oben genannten Nutzungsschwerpunkte und Dimensionen von Medienkompetenz angestoßen werden.